Impuls zur Fastenzeit - Mitte der Woche - 04.03.2026

Impuls zur Fastenzeit - Mitte der Woche - 04.03.2026

Impuls zur Fastenzeit - Mitte der Woche - 04.03.2026

# Neuigkeiten

Impuls zur Fastenzeit - Mitte der Woche - 04.03.2026

Der Impuls zu Mittwoch, 04.03.2026 von Pfarrer Joachim Hartel: 

Fasten

Wir kennen das aus den Flugzeugen: Fasten Seatbelt!

Auf deutsch übersetzt heißt es zwar anschnallen, wörtlich übersetzt: Sicherheitsgurt festmachen! Fasten im christlichen Sinn bezeichnet den bewussten, zeitlich begrenzten Verzicht auf feste Nahrung, Genussmittel (Alkohol, Süßes) oder bestimmte Lebensgewohnheiten. Es stammt etymologisch vom althochdeutschen fastēn und mittelhochdeutschen vasten ab, was ursprünglich „an den Geboten (der Enthaltsamkeit) festhalten“ oder „fest sein“ im Sinne von „beachten“ bedeutet. Somit schließt sich hier der Kreis: Es geht um das Festhalten, Beachten...

Jetzt darf ich natürlich Fragen: „Was, bitteschön, oder woran soll ich denn festhalten. Würde ich die gleiche Frage in der Grundschule stellen, käme mit Sicherheit von einem Schüler die Antwort: Jesus. Denn wenn der Pfarrer irgendetwas im Religionsunterricht fragt, hat es sicher etwas mit Jesus zu tun.

Und so falsch liegen die Schülerinnen und Schüler mit dieser Vermutung auch meistens nicht, auch wenn es oft nicht die präzise Antwort auf das Fragen des Pfarrers ist. Christus ist für uns als Christen mithin der Dreh- und Angelpunkt des Lebens. Dreh und Angelpunkt ist bei der Tür die Türangel Cardo. So werden aber auch die Kardinaltugenden bezeichnet, die die das Fundament eines sittlich orientierten Lebens bilden sollen. Ursprünglich in der Antike als maßgebliche Charaktereigenschaften anerkannt, fanden sie im Christentum ab dem 4. Jahrhundert eine neue und tiefere Bedeutung. Insbesondere Ambrosius von Mailand, ein wichtiger Kirchenvater, integrierte den Begriff der Kardinaltugenden in die christliche Morallehre und verankerte sie damit in der westlichen Theologie.

Im christlichen Verständnis stehen die vier Kardinaltugenden für grundlegende ethische Haltungen, die für ein verantwortungsbewusstes Leben unerlässlich sind. Diese Tugenden lauten:

  • 1.Iustitia (Gerechtigkeit): Gerechtigkeit bedeutet, jedem Menschen das ihm Zustehende zu gewähren. Sie ruft zur Fairness, zum Respekt gegenüber den Rechten und zur Verantwortung im Umgang mit anderen auf.
  • 2.Fortitudo (Tapferkeit): Tapferkeit ist die Fähigkeit, auch in schwierigen oder gefährlichen Situationen standhaft zu bleiben und sich für das Gute einzusetzen.
  • 3.Sapientia (Weisheit bzw. Klugheit): Weisheit gilt als die Tugend, die hilft, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Klugheit verlangt, die richtigen Mittel für das Erreichen eines guten Ziels zu wählen.
  • 4.Temperantia (Mäßigung): Mäßigung bedeutet Selbstbeherrschung und die Fähigkeit, Maß zu halten. Sie hilft, übermäßige Leidenschaften und Wünsche zu zügeln.

Ergänzt werden sie durch die drei göttlichen oder theologischen Tugenden: Fides (Glaube), Spes (Hoffnung) und Caritas (Liebe). Zusammen mit den vier Kardinaltugenden bilden sie die sieben Tugenden, die als Idealbild eines christlichen Lebens gelten.

  • Glaube (Fides): Vertrauen auf Gott und Annahme seines Wortes.
  • Hoffnung (Spes): Zuversicht auf das ewige Leben und Gottes Beistand in allen Lebenslagen.
  • Liebe (Caritas): Nächstenliebe und die selbstlose Hinwendung zu den Mitmenschen.

Wenn wir unser Leben nun daran festmachen, diese Tugenden als unseren Sicherheitsgurt im Leben anlegen, rückbesinnen und gerade in der Fastenzeit die Neuausrichtung mit diesen Tugenden auf Christus als unseren Dreh und Angelpunkt vornehmen, dann komme ich Gott und den Menschen näher und es kann nur Gutes daraus entstehen...


Dies könnte Sie auch interessieren