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Die Mitte der Woche - Impuls zur Fastenzeit

Die Mitte der Woche - Impuls zur Fastenzeit

Die Mitte der Woche - Impuls zur Fastenzeit

# Impulse

Die Mitte der Woche - Impuls zur Fastenzeit

Impuls zur Fastenzeit in der dritten Fastenwoche - zum vierten Sonntag der Fastenzeit:

„Herr, ich glaube.“

Das Evangelium dieses Sonntags (Joh 9,1–41) aus dem Evangelium nach Johannes 

erzählt von der Heilung eines Blindgeborenen. Jesus schenkt einem Menschen das Augenlicht – und doch geht es um mehr als um ein äußeres Wunder. Es geht um inneres Sehen, 

um Glauben, um Vertrauen.

Mich berührt besonders, dass die Geschichte mit einer Frage nach Schuld beginnt: 

„Wer hat gesündigt?“ Diese Frage kenne ich gut. Wenn etwas nicht gelingt 

oder schmerzhaft ist, suche ich schnell nach Gründen – manchmal auch bei mir selbst. 

Doch Jesus lenkt den Blick weg von der Schuldfrage. Er sieht nicht zuerst das Versagen, sondern die Möglichkeit, dass Gottes Wirken sichtbar wird. Das fordert mich heraus: 

Traue ich Gott zu, dass er auch in dunklen Momenten Licht wachsen lassen kann?

Der Blinde lässt sich auf Jesus ein. Er geht zum Teich, wäscht sich – und kommt sehend zurück. Dieser Weg im Vertrauen spricht mich an. Auch ich kenne Situationen, in denen ich 

innerlich „blind“ bin: wenn ich nicht weiß, wie es weitergeht, wenn ich unsicher bin 

oder den Mut verliere. Glauben heißt für mich dann, trotzdem einen Schritt zu gehen 

– im Vertrauen darauf, dass Gott mich führt.

Beeindruckend ist auch die Entwicklung des Geheilten. Zuerst spricht er von 

„dem Menschen, der Jesus heißt“. Am Ende bekennt er: „Herr, ich glaube.“ 

Sein Glaube wächst im Laufe der Auseinandersetzungen. So ist es auch bei mir: 

Glaube ist kein fertiger Besitz, sondern ein Weg. Manchmal durch Zweifel hindurch, 

manchmal gegen Widerstände – aber getragen von der Erfahrung, gesehen zu sein.

Die eigentliche Blindheit zeigt sich im Evangelium bei denen, die meinen, alles zu wissen. 

Das ist eine stille Anfrage an mich: Wo bin ich festgelegt in meinen Urteilen? 

Wo übersehe ich Gottes Spuren im Alltag?

Der 4. Fastensonntag – „Laetare“ – ruft zur Freude auf. 

Mitten in der Fastenzeit leuchtet das Licht auf. Vielleicht darf ich in diesen Tagen beten:

Herr, öffne meine Augen. Lass mich sehen, wo du wirkst 

– in meinem Leben und in der Welt.




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