Kleinlüder
Sechs Kilometer flussaufwärts von Großenlüder, eingebettet in Wiesen und Wälder, liegt unser schönes Kleinlüder — ein Ort der Ruhe und Gemeinschaft.
Wo sich Kalte Lüder und Lüder begegnen, leben rund 1.020 Menschen in liebevoll gepflegten Häusern und Gärten. Hier kennt man sich, hier grüßt man sich, und hier ist Raum für Begegnung, Glauben und Zusammenhalt.
Kleinlüder ist ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Miteinander-Leben.
Renate Bickert
Photo gallery
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St. Johannes der Täufer
Unsere Kirche in Kleinlüder – Glaube mit Geschichte
Die Geschichte unseres Ortes reicht weit zurück: Bereits um 1300 stand hier ein Wehrturm mit Kapelle. Schriftlich erwähnt wird Kleinlüder 1574, und spätestens 1656 ist eine Kapelle zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers belegt.
Als die Gemeinde wuchs, wurde die Kapelle mehrfach erweitert – bis man um 1900 feststellte: Zu klein! Also wagte man einen mutigen Schritt. Die alte Kapelle wurde abgerissen (der Turm durfte bleiben) und 1910 begann der Neubau unserer heutigen Kirche nach Plänen des Fuldaer Architekten Hermann Mahr. Was heute kaum vorstellbar ist: Zwischen Grundsteinlegung und erstem Gottesdienst lagen nur wenige Monate. Möglich machte das vor allem der beeindruckende Einsatz der Dorfgemeinschaft.
1912 weihte Bischof Josef Damian Schmitt die neue Kirche feierlich ein.
Das Gotteshaus wurde im neuromanischen Stil an den historischen Turm angebaut. Weil der Platz begrenzt war, zeigt der Altarraum ausnahmsweise nach Norden – Gott hört Gebete schließlich aus jeder Himmelsrichtung.
Im Inneren verbinden sich Geschichte und Glaube: kunstvolle Holzarbeiten, teils über 300 Jahre alt, Heiligenfiguren am Hochaltar sowie Reliefs aus der Vorgängerkirche erzählen vom Glaubensleben vieler Generationen.
Auch später wurde weitergebaut: 1972 erweiterte man die Empore für die wachsende Gemeinde, und seit 1958 rufen vier Glocken zum Gottesdienst.
Seit 1963 ist Kleinlüder eine selbständige Pfarrkuratie – klein, aber kirchlich selbstbewusst.
Mariengrotte
Zu den herausragenden Stätten der Gemeinde Kleinlüder gehört die Mariengrotte, die seit vielen Jahrzehnten Ort des Gebetes für Dorfbewohner sowie Besucher aus Nah und Fern ist.
Ein tragischer Unglücksfall in 1887 war Anlass zur Aufstellung einer Marienstatue durch Benjamin Kempf, dem Ehemann der Verstorbenen. Um diese Statue errichtete er eine kleine Grotte (1900), die in 1910 von seinem Sohn Anton neugestaltet wurde. In 1956 begann dieser, inzwischen als Grottenbaumeister bekannt, mit vielen freiwilligen Helfern neben der bisherigen Grotte mit einem kompletten Neubau einschließlich Altarnische. Die Einweihung fand im Mai 1961 statt - im November 1961 starb ihr Erbauer im 79. Lebensjahr.
Die Marienstatue ist noch immer die gleiche, die am damaligen Unfallort aufgestellt wurde.
Als Tischplatte in der Altarnische dient die steinerne Stele, die auf dem Friedhof zum Gefallenengedenken aufgestellt war und in 1966 durch eine Bronzetafel ersetzt wurde.
In der alten Grottennische lädt eine Gebetstafel zum Innehalten ein.
Maiandachten und die Lichterprozession zu Mariä Himmelfahrt im August sind besondere Anlässe diesen Gnadenort aufzusuchen. Doch die landschaftlich ideale Lage mit Blick auf Kleinlüder lädt immer und zu jeder Zeit zum Kraftschöpfen ein
Wallfahrtskapelle Kleinheiligkreuz
Mit einem Wappen des Erbauers Adalbert von Schleifras in der Decke des Chores und einer Flachdecke mit Rose als Verzierung besticht das "Interieur" der Kapelle durch schlichte, aber betonte christliche Symbolik. Eine auf zwei toskanischen Säulen ruhende Empore trägt zum abrundenden Gesamtbild unseres architektoniscen Juewels bei. Wenn auch von der usrprünglichen Ausstattung außer dem Wappen und weiteren Utensilien nicht mehr viel übrig geblieben ist, so bleibt dennoch ein ordentlicher Gesamteindruck im Gedächtnis des Rezipienten haften.
Der Name ist kein Produkt einer fantastischen Imagination, sondern basiert auf handfesten Grundlagen. So ruht im Inneren der Kirche tatsächlich ein kleiner Kreuzpartikel des Kreuzes Jesu, an dem er 30 nach Christus starb. Seit 1913 wird der Kreuzpartikel dort aufbewahrt. Zuvor befand er sich in der Obhut des Pfarrers von Giesel. Ein neu aufgekeimter Streit über die "Eigentumsinanspruchnahme" im Jahre 1955 wurde zugunsten der Wallfahrtskapelle entschieden. Damit bleibt der Kreuzpartikel Eigentum von Klein-Heilig-Kreuz. Gott sei's gedankt.
Erstmals findet die Kapelle in einer Urkunde aus dem Jahre 1348 Erwähnung. Errichtet von dem Benediktinermönch "Hermann von Hammelburg" sollte Sie zu Ehren der heiligsten Gottesmutter Maria, des hl. Benedikt, der hl. Katharina und aller Heiligen geweiht werden. Bestätigt wurde die Gründung von dem damaligen Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg. Gleichsam erhielt sie mit der Bestätigung einige Länderein in der Umgebung.
Doch war der Mönch nicht der erste Bewohner. Zuvor wurde das Gebiet, "Guntherskirchen" genannt, von anderen Menschn bewohnt. Doch wurde die Siedlung gegen Ende des 13. Jahrhunderts zerstört und aufgegeben.
Bruder Hermann, kein Mensch langer Worte, sondern ein Mann der Tat, verwandelte den Ort wüster Einsamkeit in eine annehmbare Gegend. Von allerelei Gestrüpp befreite er Wiesen und Hügel, so dass die verwilderte Natur einer idyllischen Landschaft wich.
Im Jahre 1507 bekommt sie schließlich einen Altar zugewiesen, der durch den Weihbischof Laasphe Bonemilch aus Erfurt eingeweiht wird.
In den Jahren der Reformation und des 30jährigen Kriegen verkommt die Kapelle jedoch zunehmends und gerät in Vergessenheit, doch nur für kurze Zeit. Unter Mitwirkung des Neuenberge Probst M.B. von Rindorff erlässt Alexander VII. einen Ablass für die Kirche, so dass sie fortan von Wallfahrern verstärkt besucht wird.
1692 wird die alte Kapelle schließlich abgerissen und unter Adalbert von Schleifras neu aufgebaut. Die Fertigstellung dauerte vier Jahre. Als eine der ersten barocken Kirchenbauten im Fuldaer Land wurde sie im "toskanischen" Barock errichtet und war damals ergo sehr modern.
1731 wurde sie dann der Pfarrei Giesel zugewiesen und blieb bis 1961 unter ihrer Ägide. Danach wurde sie nach jahrelangem Bitten nach Kleinlüder eingemeindet.
Im Zuge der Säkularisation wurden 100 Jahre nach dem Neubau der Kapelle alle Wallfahrten zu diesem Ort verboten. Die Kapelle sollte abgerissen werden. Dieses Ansinnen wurde jedoch vresucht, abzublocken. Dennoch wurde es 1805 zum Abbruch meistbietend versteigert. Drei Altäre, die Kanzel und der Kreuzweg wanderten so nach Bad Salzschlirf, eine Glocke nach Haimbach. Der neue Besitzer ließ die Kirche jedoch nicht abreißen, sondern hielt an ihr fest. Als Scheune und Stall diente sie diesem ca. 100 Jahre lang.
1850 kam jedoch wieder Bewegung in die Sache. Eine Hauskapelle wurde errichtet, die Kapelle gewann wieder an Popularität, so dass es in den folgenden Jahrzehnten nach langem Bitten von der damaligen Besitzer 1909 zurückgekauft werden konnte. Dieser Coup gelang dem damaligen Bischof Josef Damian Schmitt. Der Fuldaer Architekt Mahr wurde mit der Renovierung beauftragt und nahm sich der Kapelle an, so dass sie 1913 in strahlendem Glanze konsekiert werden konnte. Gleichzeitig ging der Kreuzpartikel in den Besitz der Kirche über. Eine lange aufregende Geschichte findet ihr gutes Ende.
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Renate Bickert
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